Vor Kurzem durften wir in unserem Verein einen besonderen Gast begrüßen: Die polnische Para-Sportschützin Emilia Babska trainierte während ihrer Reise auf unserem 50-Meter-Stand. Da sie sich kurz vor den Weltmeisterschaften befindet, war es ihr wichtig, auch unterwegs weiter zu trainieren. Diese Gelegenheit haben wir genutzt, um ihr einige Fragen zu ihrem Sport, ihrer Vorbereitung und ihrer Motivation zu stellen.
Emilia kam mit 16 Jahren durch ein vom Verein organisiertes Picknick zum Sportschießen. Aus einem ersten Kontakt mit der Sportart wurde schnell mehr: Bereits kurze Zeit später trainierte sie regelmäßig, zunächst etwa dreimal pro Woche für jeweils rund eine Stunde. Heute ist das Training deutlich intensiver und gezielt auf Wettkämpfe ausgerichtet. In der letzten Woche vor einem Wettbewerb reduziert sie den Umfang etwas, um ausgeruht an den Start gehen zu können. Besonders wichtig ist für Emilia die mentale Vorbereitung. Im Sportschießen, erklärt sie, wirke sich innere Ruhe unmittelbar auf das Ergebnis aus. Wenn zu viele Gedanken im Kopf seien, falle die Konzentration schwer und ohne Konzentration seien gute Ergebnisse kaum möglich.
Zu den größten Erfolgen ihrer bisherigen Karriere zählt Emilia ihre Starts bei den Paralympischen Spielen in Tokio und Paris sowie den Weltmeistertitel 2022. Trotz dieser Erfolge bleibt sie bodenständig. Ihre Motivation schöpft sie vor allem daraus, dass sie liebt, was sie tut. Auch an Tagen, an denen das Training schwerfällt, erinnere sie sich daran, dass sportlicher Erfolg nicht von allein kommt.
Einen großen Einfluss auf ihre Karriere hatten laut Emilia vor allem ihr Trainer und ihre Familie. Ohne Unterstützung aus dem Umfeld sei Leistungssport kaum möglich. Ebenso wichtig sei ein guter Trainer, der nicht nur fachlich kompetent ist, sondern auch menschlich gut begleitet.
Im Gespräch betonte Emilia außerdem, wie wichtig es ist, mehr über den Parasport zu sprechen. Er zeige Menschen ohne Behinderung, dass die Unterschiede oft kleiner seien, als viele denken. Gleichzeitig könne er Menschen mit Behinderung Mut machen, selbst aktiv zu werden und zu sehen, was möglich ist.
Jungen Sportlerinnen und Sportlern gibt Emilia einen klaren Rat mit auf den Weg: niemals aufgeben und die eigenen Ziele konsequent verfolgen – unabhängig davon, ob mit oder ohne Behinderung.
Neben dem Sport studiert Emilia Pädagogik und möchte später an einer Grundschule unterrichten. Die Verbindung von Studium, Training und Wettkämpfen gelinge vor allem durch gute Organisation. Dabei helfen ihr sowohl ihr Verein als auch ihre Hochschule, die sie bei Trainingszeiten und Wettkampfteilnahmen unterstützen.
Wir bedanken uns herzlich bei Emilia Babska für ihren Besuch, das interessante Gespräch und den Einblick in ihren Alltag als internationale Spitzensportlerin. Für die bevorstehenden Weltmeisterschaften wünschen wir ihr viel Erfolg, starke Nerven und „Gut Schuss“!